Some Kind of Blues

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Der Titel „Some Kind Of Blues“ darf ruhig als eine Anspielung auf Miles Davis‘ Meilenstein des Jazz „Kind Of Blue“ verstanden werden. Christian Elin und Maruan Sakas eröffnen in diesem Programm einen musikalischen Horizont, der, vom Blues ausgehend, über Bach und Strawinsky bis in die Gegenwart hinein einiges miteinander verbindet, was man so nicht erwartet hätte. Hochintelligente Musik, spannend, virtuos und unterhaltsam zugleich.

Da werden wunderbar verwehte Klänge des Saxophonisten von arabesken Pianofiguren mal im Staccato, dann wieder sehr sanft getaktet, ganz kurz ins kakophonische Bad getaucht und schließlich in schwüler Jazzclub-Atmosphäre getrocknet. Rhythmik und eine reiche Melodienlandschaft offerieren die Eskapaden der beiden Musiker wie aus dem Füllhorn gegossen. Es bleibt auch herrlich rätselhaft, aus welchen Ecken dieser Welt die beiden Musiker ihre Ideen bezogen haben. So beginnt etwa das epische „Un pas jusqu’au seuil“ wie manche Balladen des mediterranen Melancholikers Paolo Conte und öffnet auch den ersten Seitenblick auf den Blues. Es soll nicht der letzte bleiben.

Zwar darf „Some Kind Of Blues“ durchaus als eine Art moderner Kammerjazz bezeichnet werden, jedoch spielt der klassische Background beider Musiker eine ebenso bedeutende Rolle wie die zahlreichen Seitenblicke bis hinein in den Pop, die allein schon das durchgehend von buntem Reichtum an Melodien erschaffene Panorama eröffnet. Und weil das Duo seinen Stücken so grandios viel Weißraum gönnt, dürfen Hörer mit ein bisschen Fantasie sich ihre eigenen Drehbücher ausdenken, die mit dieser Musik trefflich zu begleiten wären.

Ihre Musik, sagen Elin und Sakas unisono, habe ein „breit gefächertes Spektrum ». Ein schönes Beispiel dafür ist die Komposition ’Juste pour le plaisir’, der einzige Titel des Programms, der als kompositorische ’Koproduktion’ entstanden ist: dort beginnt die Musik mit einer ziemlich ’poppigen’ Akkordfolge, die dann nach und nach komplexere Formen annimmt, bis man plötzlich Chopin durchhört. Und ehe der Zuhörer allzu lange im romantisch angehauchten Wohlklang ’baden’ darf, mündet das Stück schließlich in einen munteren ’Jam’ im 6/8-Takt.“ Solch kaleidoskopische Beschreibungen wären für wirklich jedes Stück des Programms „Some Kind Of Blues“ möglich. Ein wirklich rarer Glücksfall.

Erste Programmhälfte

Christian Elin, En route
Christian Elin, Un pas jusqu’au seuil
Maruan Sakas, 1-2-5
Maruan Sakas, Some kind of Blues
Maruan Sakas, Juste pour le plaisir

Zeite Programmhälfte

Christian Elin, Le vent de l'ouest
Maruan Sakas, Stück für Stück
Christian Elin, A better job
Christian Elin, Stella Cadente
Christian Elin, The scent of light

 


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